Presse & Öffentlichkeit

Auf den Spuren der Wikinger…

Die beiden Wikingerschiffe „SVAROG“ und „WikThor“
gingen gestern vom Hafen Wismar aus auf Törn nach Danzig.

Wismar

14 Tage lang werden sie sich in die Riemen legen und dann soll Danzig erreicht sein. Zwei Wikingerschiffe mit 39 Mann Besatzung – auch Frauen – sind gestern vom Wismarer Hafen aus in See gestochen. Für jeden an Bord ein einzigartiges Erlebnis, das mit dem Projekt Euro-Viking möglich geworden ist. 39 Menschen aus sieben Nationen – Deutschland, Island, Belgien, Lettland, Estland, Litauen – unterschiedlicher Herkunft unter Alters sind da zusammengewürfelt worden. Und sie alle begeben sich auf die Spuren der Wikinger,die vor gut 1000 Jahren mit ihren Schiffen an den Küsten der Ostsee landeten, sich niederließen und die Geschichte prägten. Wenn Christof Müller vom Verein Alte Schule, der sich gemeinsam mit weiteren Partnern seit drei Jahren mit der Vorbereitung befasst, vom Anliegen dieses Vorhabens berichtet, gerät er ins Schwärmen. Er sitzt übrigens auf der „SVAROG“ auf der Ruderbank. Die diesjährige Tour ist quasi die Vorbereitung auf die direkte Umsetzung des Konzepts. An Bord sind neben den Jugendlichen viele Leute, die sich mit Jugendarbeit beschäftigen und Euro-Viking mit Leben erfüllen wollen. Wie Gernot Iste aus Stralsund. Iste, für diesen Törn Skipper der „WikThor“, strebt eine Kooperation an, würde einen Großrahsegler, den er betreut, in den nächsten Jahren gern als Begleitschiff für die Wikingerboote sehen. Denn ohne Begleitschiff und Land-Crew läuft bei einem solchen Vorhaben gar nichts. „Wir fahren nicht mehr wie vor 1000 Jahren, es muss alles sicher sein“, erklärt Müller. In den nächsten vier Jahren sollen mit 40 Törns an die 1500 junge Menschen aus den verschiedensten Ländern den Winkingern gleich ganz Europa erobern – friedlich natürlich.

 Dass die Wikinger, die gestern den Wismar verließen, guten Sinnes waren, wusste Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken (SPD) bei der Verabschiedung der Seeleute wohl zu schätzen. Friedliche Wikinger seien ihr doch sehr angenehm und so hätte sie nichts dagegen, wenn deren Schiffe auch in den nächsten Jahren von Wismar aus starten würden. Wobei Rosemarie Wilcken zugab, kein allzugroßes Zutrauen zu den Booten zu haben: „Die wackeln ja schon im ruhigen Wasser!“

Gespannt auf die nächsten Wochen ist Laufey (22). Sie stammt von der Westküste Islands, dem geschichtsträchtigsten Teil des Landes, was die Wikinger betrifft. Laufeys zünftige Kleidung hat ihre Mutter mit der Hand genäht. Keinesfalls nervös sondern voller Freude sind auch Tüt (20) aus Estland und Arvis (18) aus Litauen.

Egal welche Nationalität und welche Sprache, wenn der Schlagmann den Takt angibt, dann greifen alle wie ein Mann zum Ruder.